Der Kuhbergturm – ein familienfreundliches Ausflugsziel mit grandioser Aussicht

Ein Blick von oben über die Landschaft ist immer besonders schön. Deshalb begeben wir uns heute wieder in luftige Höhen und machen einen Ausflug zum Kuhbergturm bei Netzschkau. Er ist einer von mehreren Bismarcktürmen im Vogtland.

Der Kuhbergturm

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Zur Geschichte des Kuhbergturms

Schon 1882 stand auf dem Kuhberg bei Netzschkau ein hölzerner Turm. Und noch bevor er 1897 durch Brandstiftung zerstört wurde, gab es Pläne, ihn durch einen massiven Bau zu ersetzen.

Da kam der Aufruf der deutschen Studentenschaft zur Errichtung der Bismarcktürme 1898 gerade recht. Auch wenn man in Plauen eine Gesamt-Bismarcksäule für das Vogtland plante, sollte ein zusätzlicher Turm auf dem Kuhberg entstehen. Angeregt wurde dies durch einen Zeitungsartikel, des Schriftstellers Dr. Gottfried Doehler vom 01.06.1899, der einen Turm auf dem Kuhberg vorschlug.

Die Treppe im Kuhbergturm

Schon wenige Tage später stellte er seinen Vorschlag auf einer Versammlung in Reichenbach den Vertretern der umliegenden Ortschaften vor. Dem Antrag wurde zugestimmt, ebenso wie einem weiteren Antrag von Ende Juli 1899, der eine Spendensammlung für den Turm vorsah. Im Oktober desselben Jahres hatte man immerhin schon 20.000 Mark eingesammelt.

Dank an die an der Spendensammlung beteiligten Städte

Der Bau des Turmes sollte mach einem Entwurf des Architekten Wilhelm Thurm verwirklicht werden. Die Ausführung wurde an die Fa. Golle & Kruschwitz aus Greiz vergeben. Die Bauleitung hatten gemeinschaftlich die Architekten und Baumeistern Riedel aus Reichenbach, Steiner aus Greiz und Weißbach aus Mylau. Der Bau des Turms ist eine wahre Gemeinschaftsarbeit des nördlichen Vogtlands.

Die Grundsteinlegung fand am 30.07.1900 statt und eigentlich sollte der Turm am 18.10.1900 – dem Tag der Völkerschlacht in Leipzig – eröffnet werden. Da an diesem Tag aber die Vereine der umliegenden Orte anderweitig gebunden waren und zusätzlich die Kirmes in Netzschkau am 21.10. vorbereitet werden musste, wurde der 28.10.1990 als Eröffnungstag festgelegt.

Der Bau ging trotz Widrigkeiten zügig voran. Der Bauplatz musste 2,5m tief ausgeschachtet werden, bis man auf festen Untergrund stieß. Dann stand dem Bau des Turmes nichts mehr im Weg und er konnte pünktlich eröffnet werden

Von Beginn an ein beliebtes Ausflugsziel

Seit Eröffnung erfreut sich der Turm großer Beliebtheit. Allein im ersten Jahr kamen 16.000 Besucher, die die Treppe zur Aussichtsplattform erklommen haben In späteren Jahren zählte man über 50.000 Besucher pro Jahr.

Blick vom Turm

Schon 1901 wurde eine Bewirtschaftungshütte neben dem Bismarckturm errichtet, die in den Folgejahren immer wieder erweitert wurde. Diese Gebäude wurden 1945 von der amerikanischen Armee gesprengt, da dort während des zweiten Weltkrieges eine Funkstation errichtet worden war.

Blick auf die Kuhbergbaude und Teile der Eisenbahn

Anfang der 50er Jahre wurde, wiederum durch Spenden finanziert, eine neue Kuhbergbaude errichtet und das Umfeld des Bismarckturms neu gestaltet. Allerdings musste der Turm Anfang der 60er Jahre wegen Witterungsschäden, die nicht ausgebessert wurden, gesperrt werden. Erst 1973/74 erfolgte eine umfassende Sanierung und der Turm konnte wieder bestiegen werden. Zu dieser Zeit erhielt er den offiziellen Namen Kuhbergturm.

Der Kuhbergturm mit der Garteneisenbahn

Im Jahr 1991 erhielt der Turm einen weniger schönen 75m hohen Bruder – die Telekom errichtete direkt daneben einen Richtfunkturm.

Allerdings kam in diesem Jahr auch ein weiterer Anziehungspunkt hinzu: Rund um den Turm wurde mit dem Aufbau einer Modelleisenbahnanlage begonnen, die auch heute noch die Augen (nicht nur) der Kinder zum Strahlen bringt. Mittlerweile fahren 30 Loks auf einer Fläche von ca. 500 m². Ein besonderes Highlight der Modellanlage ist sicherlich auch das große Modell der Göltzschtalbrücke. Außerdem befindet sich direkt neben dem Kuhbergturm ein schöner Spielplatz.

Die Göltzschtalbrücke in Miniaturausgabe

Der Ausblick vom Kuhbergturm

Der 21 Meter hohe Aussichtsturm hat als Basis einen quadratischen Unterbau mit einer länge von 10,5 m. Darauf steht der sich nach oben verjüngende runde Turm, an dessen Ende sich ein wuchtiger Turmkopf mit Aussichtsplattform befindet. Die darauf befindlichen Kragsteine sollten die Befeuerungsplattform mit drei Feuerpfannen stützen. Allerdings wurden diese schon 1901 wieder entfernt, da die große Hitze das Mauerwerk beschädigte. Von da an gab es nur noch ein bengalisches Feuer. Die Halterung sehen Sie heute noch am Turm.

Die erste Aussichtsplattform

Seit dieser Zeit benutzte man die Plattform als zusätzliche Aussichtsplattform. Der letzte Anstieg erfolgt auch heute noch über eine schmale Leiter.

Der Weg nach ganz oben

Aber der Aufstieg nach ganz oben lohnt allemal. Auch wenn der Blick aus der ersten Plattform schon sehr schön ist, der Ausblick von ganz oben ist noch einmal besser. Man sieht die Göltzschtalbrücke, aber auch das Schloss in Greiz und die Windmühle in Syrau. Immerhin ist der Kuhberg mit seinen 511 Metern die höchste Erhebung im nördlichen Vogtland, das garantiert einen weiten Blick.

Fantastischer Ausblick über das Vogtland

Wanderung zum Kuhbergturm

Am besten erreichen Sie den Turm vom Parkplatz in Netzschkau (Ortsteil Brockau) aus. Folgen Sie der Beschilderung Kuhbergturm – sie führen direkt zum Parkplatz. Von hier aus geht es zu Fuß weiter. Nach einer kurzen Wanderung durch den Wald sehen Sie bald den Kuhbergturm.

Wanderung zum Kuhbergturm

Wenn Sie nach 18:00 Uhr den Turm besuchen möchten, können Sie auch mit dem Auto bis nach oben fahren.

Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt. Direkt am Kuhbergturm befindet sich die Gaststätte „Kuhbergbaude“. So können Sie den Aufstieg gleich mit einer Pause verbinden.

Und noch ein Tipp zum Schluss: Der Einlass zum Tor erfolgt über ein Drehkreuz. Sie benötigen pro Person einen Euro Eintritt. Bitte an die entsprechenden Münzen denken. Und auch die Eisenbahn setzt sich nach Einwurf eines Euros in Bewegung.

Auf dem Weg zum Kuhbergturm

Der Kuhbergturm ist zu jeder Jahreszeit ein lohnendes Ausflugsziel für die ganze Familie.

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