Ausflug im Winter nach Schöneck

Während es fast überall im Winter eher grau und trüb ist und nur vereinzelt Schneeflocken fallen, sind gerade die hohen Lagen des Vogtlandes rund um Klingenthal und Schöneck recht schneesicher. Wir nehmen Sie im heutigen Beitrag mit auf einen Ausflug im Winter nach Schöneck – den Balkon des Vogtlands.

Schöneck im Schnee

[Werbung, unbeauftragt, einfach weils schön ist]

 

Schöneck in Winter

Von Plauen aus ist Schöneck ein Katzensprung. Innerhalb von 30 Minuten erreichen wir die höchstgelegene Stadt des Vogtlands. Wir befinden uns hier auf einer Höhe von immerhin 700-800 m Höhe, je nachdem, wo sie in der bergigen Stadt gerade sind. Schöne Ausblicke sind hier garantiert, auch bei nicht ganz so hervorragendem Wetter. Nicht umsonst trägt die Stadt den Beinamen „Balkon des Vogtlands“. Schöneck gilt als eine sehr schneesicher Stadt – achten Sie im Winter unbedingt auf die geänderte Verkehrsführung. Aufgrund der Schneemengen werden zahlreiche Straßen zu Einbahnstraßen.

Nicht umsonst trägt Schöneck den Namen Balkon des Vogtlands

Zur Geschichte von Schöneck

Schöneck blickt auf eine lange Geschichte zurück. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Schöneck erfolgt im Zusammenhang mit dem ersten Besitzer der Burg Schöneck Albertus de Schoenegge 1225. Burg und Stadt hatten eine wechselvolle Geschichte mit zahlreichen Verpfändungen und Herrschaftswechseln. Schöneck gehörte unter anderem den Vögten von Plauen, wurde an die die Böhmen verpfändeten, kam unter wettinische Herrschaft und war sächsisch.

Der Alte Söll – dort stand früher die Burg

Die zahlreichen Herrschaftswechsel taten auch der Burg nicht gut. Sie wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Schon im Jahre 1580 riss man große Teile der Burg ab und erbaute dafür ein Jagdschloss. Im 30-jährigen Krieg wurden Stadt und Schloss schwer beschädigt. Und auch der 7-jährige Krieg ging nicht spurlos an Schöneck vorbei. Ein großer Brand 1761 vernichtete große Teile der Stadt und die Reste des Schlosses. 1765 wurden die Ruine abgetragen und für den Wiederaufbau der Stadt verwendet. Heute steht nur noch der „Alte Söll“ an dieser Stelle und deutet auf die Geschichte hin. Von April bis Oktober kann die Aussicht weit übers Land genossen werden. Immerhin befindet man sich auf dem Felsen auf einer Höhe von 734 m. Direkt am Alten Söll ist außerdem ein schön gestalteter Abenteuerspielplatz.

Blick zum Alten Söll vom Rathaus

Da der Felsen im Winter nicht zugänglich ist, haben wir die Aussicht vom Rathaus aus genossen. Von hier aus hat man schon einen direkten Blick auf die gegenüberliegende Seite mit den Ski- und Rodelhängen.

Blick auf den IFA-Park auf der anderen Seite der Stadt und die daran anschließenden Skihänge

Das Rathaus liegt nur wenige Meter vom Alten Söll entfernt und soll mit seiner neubarocken Fassade an das alte Schloss erinnern. Erbaut wurde es 1923.

Das Rathaus von Schöneck
Noch ein Blick zum Rathaus

Der Blick von hier aus zeigt, dass Schöneck architektonisch eine sehr homogene Stadt ist, denn sie ist fast in einem Stück entstanden. Das liegt am großen Stadtbrand von 1856. Ausgelöst durch einen Jungen, der mit Zündhölzern einer Scheune spielte, brannte die Stadt fast vollständig nieder. Nur fünf Häuser blieben stehen. Darunter das ehemalige Armenhaus, das ein Stück außerhalb der eigentlichen Stadt stand.

Das Zigarren- und Heimatmuseum mit Museumscafé

Zigarren- und Heimatmuseum in Schöneck

Heute beherbergt es das Zigarren- und Heimatmuseum. Ja, sie haben richtig gelesen, ein Zigarrenmuseum. Denn die Zigarrenindustrie war für Schöneck die Hilfe in der Not. Durch den Stadtbrand wurden nicht nur die Häuser vernichtetet, sondern auch der Broterwerb.  Haupteinnahmequelle war die Handweberei. Die Webstühle brannten ebenso nieder wie die Häuser und für neue Webstühle hatte man kein Geld.

Herstellung der Zigarren – Tabak wird in die feuchten Blätter gerollt
Nach dem Trocknen und Pressen werden die Zigarren in Form gebracht

Durch die Bemühungen des damaligen Bürgermeisters Leuthold siedelte sich die Zigarrenherstellung hier an. Gerade Frauen konnten diese Tätigkeit ohne teures Werkzeug in Heimarbeit produzieren. Über 100 Jahre werden in Schöneck Zigarren in vier Fabriken Zigarren hergestellt. Doch mit zunehmender Industrialisierung wurde die Handfertigung unrentabel und die Fabriken mussten um 1960 schließen. In die meisten Firmen zog nach der Schließung der Musikinstrumentenbau aus dem Nahe gelegenen Klingenthal ein.

Nach den Zigarren kam der Instrumentenbau

Heute können Sie diesen Teil der Geschichte Schönecks im Museum nachvollziehen. Nur noch wenige Frauen beherrschen das Handwerk des Zigarrendrehens und an so manchen Tagen kann man ihnen im Museum bei der Herstellung über die Schulter schauen.

Zeugen der Zigarrenindustrie in Schöneck

In der Vorweihnachtszeit bis zu Lichtmess verströmt das Museum Weihnachtsflair. Die Weihnachtsausstellung wird in jedem Jahr wieder neu und anderes gestaltet.

Zur Heimatgeschichte von Schöneck gehört natürlich auch der Wintersport

Außerdem sehenswert

Aber nun wieder zurück zum Alten Söll. Ganz in der Nähe beherrscht die Kirche St. Georg das Stadtbild. Nachdem der Vorgängerbau vollständig zerstört wurde, konnte sie schon vier Jahre nach dem Brand geweiht werden.

Kirche St. Georg unweit des Alten Söll

Unterhalb der Kirche befindet sich die Pension und Gaststätte „Zur Brauschänke“.

Blick in das Biermuseum in der Gaststätte „Zur Brauschänke“

Dies ist das Gebäude der ehemaligen Brauerei Denk. Bis 1965 wurde hier Bier gebraut. Heute befindet sich hier nicht nur die Gaststätte, sondern auch ein kleines Museum zur Bierherstellung.

Ein Bier zur Stärkung

 

Ausflug im Winter nach Schöneck

Frisch gestärkt geht es nun in den Schnee. Schöneck bietet vielfältige Möglichkeiten für Winterurlaub.  Schöneck ist der westliche Teil des Erzgebirgskamms. Hier beginnt (oder endet) die 36 km lange Kammloipe. Sie zählt zu einer der schönsten und schneesichersten Loipen Deutschlands. Aber in Schöneck gibt es noch viel mehr. Hinzu kommen über 30 km präparierte Ortsloipen, mehrere Pisten mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, eine Rodelbahn und natürlich Wanderwege.

Wintersport in Schöneck

Kurze Winterwanderung in den tiefen Schnee

Wir haben uns bei unserem Besuch für eine Wanderung durch den Schnee entschieden. Auch wenn wir nicht alleine unterwegs waren, ist eine Wanderung durch den knirschenden Schnee unwahrscheinlich erholsam. Die frische und klare Luft ist Erholung pur.

Auf zum Meiler

Wir waren rund um den Meiler unterwegs. Er wurde 1983 erbaut und ist eine sehr beliebter Imbiss. Im Inneren des Meilers kann man sich am knisternden Kaminfeuer aufwärmen und die Zeit vergessen.

Der Meiler
romantisches Kaminfeuer

Eigentlich wollten weiter zur Quelle der „Roten Mulde“. Aber wir unterschätzten etwas die Schneehöhe. Wir stapften knietief durch den Schnee. Aber so wie wir im tiefen Schnee versunken sind, war auch die Quelle vom Schnee bedeckt und wir konnten sie nur erahnen. Die Wanderung zur Mulde-Quelle holen wir auf jeden Fall im Frühjahr nach. Aber auch ohne die Quelle war es wunderschön. Eine dicke Schneedecke hat immer ihren eigenen Reiz.

Blick zum Meiler

Für uns endet der Ausflug im Winter nach Schöneck nun hier, aber wir kommen wieder. Und vielleicht haben wir haben wir Ihnen auch Lust auf einen Besuch in Schöneck gemacht.

Ski-Parking

Ausflugsziele in der Nähe von Schöneck

  • Von Schöneck aus können Sie eine Rundwanderung zur Talsperre Muldenberg unternehmen.
  • 14 Kilometer entfernt liegt Klingenthal. Die Schanze in der Vogtland-Arena ist ein lohnenswertes Ausflugsziel mit einem fantastischen Blick über die Landschaft. Sehenswert ist außerdem die Rundkirche, sowie das Musik- und Wintersportmuseum. Auch der Tierpark Klingenthal ist einen Besuch wert
  • Circa 17 Kilometer von Schöneck entfernt liegt Morgenröthe-Rautenkranz. Der Ort ist nicht nur einer der kältesten Orte in Deutschland – er beherbergt auch die Deutsche Raumfahrtausstellung.
Sind in Schöneck die Häuser deshalb so bunt, damit man sie bei hohem Schnee besser findet?

 

Transparenzhinweis: Wir haben sowohl den Eintritt ins Museum als auch die Fotoerlaubnis im Museum sowie unser Essen und die Getränke selbst bezahlt und der Beitrag entstand, weil es uns dort so gut gefallen hat. Es ist ein rein redaktioneller Beitrag.

Ausflug nach Schöneck
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