Winterlicher Spaziergang durch Plauen

Nichts ist schöner, als frisch gefallener Schnee. Die lockere und leichte Schneedecke, die alles einhüllt und in ein großes Wattekissen packt ist unvergleichlich schön. Leider ist gerade in der Stadt die weiße Pracht recht schnell vorbei. Der Schnee taut, wird dreckig und matschig. Deshalb nutze ich gleich die erste Gelegenheit und unternehme einen Spaziergang durch Plauen im frisch gefallenen Schnee.

winterlicher Spaziergang durch Plauen

Start und Ziel – der Obere Bahnhof in Plauen

Startpunkt meines einen Spaziergang durch Plauen ist der Obere Bahnhof. Das heutige Gebäude wurde 1973 eingeweiht und ersetzte die notdürftige Baracke, die seit der Zerstörung des Bahnhofsgebäudes im zweiten Weltkrieg hier stand.

Winterstimmung am Oberen Bahnhof in Plauen

Auch wenn das Bahnhofsgebäude letztlich nur ein Zweckbau ist, finde ich ihn architektonisch gelungen. Ein schönes Beispiel der Nachkriegsmoderne im Osten. Die markante Alu-Glasfront in petrol ist schon von weitem sichtbar. Heute steht der Bau unter Denkmalschutz. Schauen Sie auch in den Bahnhof, denn in der Bahnhofsvorhalle befindet sich an einer Wand ein sehr schönes Beispiel baugebundener Kunst aus den 70er Jahren, dass die Tradition der Stadt aufgreift.

Die Betonformsteine wirken gleich weniger brutal

Ein Spaziergang durch Plauen bei Schnee

Vom Bahnhof geht es die Bahnhofstraße entlang Richtung Stadt. Mein nächster Stopp ist der nicht weit entfernte Albertplatz. Alles liegt im tiefen Schnee und auch die Skulptur „Der befreite Mann“ von Johannes Schulze kann sich der Verhüllung nicht entziehen. Die Bänke am Albertplatz haben große Sitzkissen aus Schnee bekommen.

Am Albertplatz
Winterausflug in Sachsen – winterlicher Spaziergang durch Plauen

Nun geht es die Bahnhofstraße hinab – ein schöner Weg, bei dem man rechts und links immer wieder auf spannende Architektur trifft, aber auch das Rathaus schon im Blick hat. Neben dem Rathaus sehe ich schon mein nächstes Ziel: den Lutherpark.

Stadt im Schnee
Am Nonnenturm

Doch zuvor zieht die Büste von Julius Mosen am Unteren Graben meine Aufmerksamkeit auf sich.

Julius Mosen im Schnee

Die Büste erinnert mit all ihrem Schnee eher an einen Teddybären mit verschränkten Armen und großer Mütze. Man kann nur noch ahnen, wie die Skulptur eigentlich aussieht.

Auch die Neideiteln am Lutherpark haben Hüte aus Schnee

Aber nun drehe ich meine Runde durch den Lutherpark in Richtung Lutherhaus. Die große mächtige Natursteinhausfront lugt hinter den schneebedeckten Bäumen hervor.

Das Lutherhaus

Von hier aus führt mich der Weg weiter zum alten Rathaus mit seinem markanten Renaissancegiebel. Er ist zu jeder Jahreszeit ein beliebtes Fotomotiv. Während das Rathaus erstmals 1382 erwähnt wurde, stammen der Giebel sowie die Kunstuhr aus dem Jahre 1548. Löwen schlagen die Viertelstunde an und eine Kugel zeigt die Mondphasen. Darunter stehen zwei Figuren die sich zur vollen Stunde bewegen. Das neue Rathaus, das direkt an das alte Rathaus anschließt wurde in den Jahren 1912-1923 angebaut. Der Architekt des Rathauses war Stadtbaurat Wilhelm Goette.

Am Rathaus

Durch die Straße der Baumwollhändler

Mittlerweile zaubert die blaue Stunde ihren ganz eigenen Zauber über die Stadt. Ich bin nun in der nur wenige Meter entfernten Nobelstraße angekommen. Durch die Schluppe am Café Müller ist sie schnell erreicht. Die Nobelstraße ist gekennzeichnet ist durch die klassizistischen Häusern der ehemaligen Baumwollhändler. Ich bin mir auch nicht ganz sicher, wie sie richtig ausgesprochen wird. Stammt ihr Name von Alfred Nobel oder tatsächlich von nobel und leitet sich von den schicken und teuren Häusern her. Das macht für mich durchaus Sinn.

Das Vogtlandmuseum in der Nobelstraße

Heute befindet sich in der Nobelstraße das Vogtlandmuseum, die Galerie e.o.plauen, aber auch das Matsch, das älteste Restaurant Plauens. Die pastelligen Fassaden der Häuser erstrahlen förmlich im Schnee.

Noch ein Blick auf das Vogtlandmuseum mit der Skulptur von Vater und Sohn

Von hier aus führt mich der Weg auf dem Spaziergang durch Plauen weiter zu meinem letzten Ziel: der Johanniskirche. Der Ausblick auf die Reste des alten Schlosses ist von hier aus besonders gut. Aber auch die beleuchtete Johanniskirche ist schön anzusehen. Die 1122 geweihte gotische Hallenkirche ist eine der ältesten Kirchen im Vogtland. Sie überstand mehrere Brände, wurde immer wieder auf- oder umgebaut, sodass von der Originalausstattung fast nichts übrig geblieben ist. Aber ihre 52 m hohen Türme prägen weithin sichtbar das Bild der Stadt.

Die Johanniskirche

Mein kurzer Spaziergang durch das verschneite Plauen endet mit einem Anstieg – es geht die Bahnhofstraße wieder hinauf zum Ausgangspunkt – dem Oberen Bahnhof. Ein schöner Rundweg, der sich natürlich nicht nur im Winter lohnt. Aber es war ganz besonders schön, den dicken frischen Schnee zu sehen. Er hat seinen ganz eigenen Reiz. So macht Winter ganz viel Spaß.

Ein letzter Blick von der Bahnhofstraße Richtung Stadt

Vorschläge, um den Spaziergang durch Plauen noch zu verlängern

Unsere vorgeschlagene Route können Sie noch beliebig verlängern. Dazu gibt es folgende Vorschläge:

  • Von der Bahnhofstraße gegen über des Kinos Capitol  geht es in die Annenstraße. Dort finden Sie in Nummer 9 das Geschäft der Modespitze – tauchen Sie ein in die filigrane Welt der Plauener Spitze.
  • Unweit des Lutherparks lädt die Neue Kaffeerösterei zu einer kleinen Pause ein oder sie stärken sich im Café Albert am Rathaus
  • Hinter der Johanniskirche führt eine Treppe in die Elsteraue zu den Weberhäusern und dem Komturhof. Eine sehr lohnenswerte Verlängerung des Spaziergangs.
  • Wie wäre es mit einem Museumsbesuch? Das Vogtlandmuseum, das Spitzenmuseum oder die Galerie e.o.plauen erwarten Sie.
An der Lutherkirche
Plauen
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