Schloss Voigtsberg in Oelsnitz

Im heutigen Beitrag nehmen wir sie mit nach Oelsnitz. Hier steht das beeindruckende Schloss Voigtsberg. Was es alles zu entdecken gibt, verraten wir im Blogpost.

Schloss Voigstberg in Oelsnitz

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Zur Geschichte von Schloss Voigtsberg in Oelsnitz

Oelsnitz liegt im oberen Vogtland, südlich von Plauen. Der für die Stadt prägende Bau ist das Schloss Voigtsberg, das Teil des Kulturweges der Vögte ist. Seine Geschichte reicht bis in die Zeit um 1200 zurück, als die Vögte von Straßberg in der ehemaligen slawischen Siedlung eine Burg erbauten. Sie bestand aus Palas (dem heutigen Rittersaal), Wehrturm, Graben und Bergfried.

Der Bergfried ist der älteste Teil und war ursprünglich über 30 m hoch. Im Laufe der Jahre wurde er zweimal verkürzt. Heute kann er aufgrund der baulichen Beschaffenheit leider nicht betreten werden. Aber in den kommenden Jahren soll er saniert werden und einen Aufbau mit einer Aussichtsplattform erhalten.

Blick auf den Bergfried

1249 wird die Burg erstmals urkundlich unter Eberhardus de Voitesberk erwähnt. 1276 geht die Burg an Heinrich I. von Plauen über. Um 1300 lässt Heinrich III. umfangreiche Erweiterungen durchführen. Die Burg bekommt zwei Türme und 1327 wird die St. Georgskapelle an die Wehrmauer gebaut. Um 1360 wird die Kapelle in den Ostflügel eingebaut.

Im Vogtländischen Krieg fiel die Burg an den Markgrafen von Meißen, also an die Wettiner. 1378 wird Voigstberg kurfürstliches Amt. In den folgenden Jahren erfolgen immer weder Um- und Anbauten. Im 17. Jahrhundert wird die Burg zum Schloss erweitert. Dadurch verschwindet ein Großteil der mittelalterlichen Bausubstanz. Besonders erwähnenswert in dieser Umbauphase sind die bemalten Holzbalkendecken und die Wandmalereien, die zum Teil heute noch erhalten sind. Besonders schöne Deckenmalereien findet man in der Schösserstube – ein frühbarockes Kunstwerk aus dem Jahr 1637.

Die Schösserstube

Das Schloss hatte eine recht wechselvolle Geschichte. Verfall wegen nicht vorhandener Nutzung, Verwüstungen im Dreißigjährigen Krieg stehen auch immer wieder An- und Umbaumaßnahmen entgegen. Das Schloss wurde meist zu administrativen Zwecken genutzt, was man auch in den Umbauten erkennen kann.

Ausblick von Schloss Voigtsberg

Es war Bergamt, der Fürstensaal war ein Verhandlungssaal, die Kapelle wurde Justizarchiv und in der Vorburg war das Rentamt untergebracht bis es dann letztlich 1856 an die Strafanstalt Zwickau übergeben wurde, die es als Arbeitshaus für Männer nutzte.

Von 1874 bis 1924 war im Schloss ein Frauengefängnis untergebracht. Auch das war mit einschneidenden Umbaumaßnahmen verbunden. Nach dem Frauengefängnis zog die Hitlerjugend ein.

1937 wurde erstmals ein Heimatmuseum in den Räumen eröffnet. Allerdings brauchte man die Räume von 1944-1951 als Flüchtlings- und Durchschleusungslager. Danach wurde das Schloss als Jugendwerkhof und Kaserne der NVA genutzt.

Letztlich wurde 1967 die Stadt Oelsnitz Eigentümer und es kommt Ruhe in die altehrwürdigen Räume. Schon 1968 eröffnet das Heimat- und Teppichmuseum. Damit wird an die lange Tradition der Teppichherstellung in der Region angeknüpft.

In den vorderen Räumen von Schloss Voigtsberg befindet sich heute das Teppichmuseum

Heutige Nutzung von Schloss Voigtsberg

Auch heute ist in den Räumen des Museums das Teppichmuseum beheimatet. Immerhin prägt seit 1880 die Teppichherstellung unter dem Namen Halbmond die Geschichte der Stadt. Die Ausstellung gibt interessante Einblicke in die Herstellung.

Außerdem gibt es im Museum noch zahlreiche weitere Ausstellung. In der Aula der mittelalterlichen Kernburg werden wechselnde Sonderausstellungen präsentiert. An den Raum ist die Aussichtsplattform angeschlossen. Sie befindet sich an der Stelle des früheren Südturms. Von hier aus bietet sich ein herrlicher Blick über Oelsnitz.

Blick von der Aussichtsplattform auf Schloss Voigtsberg

In der Kernburg kann man außerdem die sehenswerte Schösserstube und das angeschlossene Turmzimmer bewundern, das ebenfalls aufwendig bemalt ist.

Und plötzlich steht man vor einem Tizian. Völlig unerwartet und leider schlecht beleuchtet steht man dem lebensgroßen Bild von Katharina von Österreich (1533-1572) gegenüber. Aufgrund der recht lieblosen Präsentation habe ich mir tatsächlich die Frage gestellt, ob er echt ist. Aber ja, das ist er. So ein Schatz verdient wahrlich eine bessere Behandlung. Vielleicht findet sich im Schloss ein würdigerer Platz für das Tizian Gemälde.

Semioptimal beleuchteter Tizian im Fürstensaal des Schlosses

Ergänzt wird die Ausstellung durch ein Mineralienkabinett im Gewölbekeller und durch das sogenannte Illusorium. Dies ist eine Dauerausstellung rund um das Werk der Illustratorin Regine Heinicke. Zu sehen sind zahlreiche Illustrationen für Märchenbücher aber auch freie Arbeiten der Künstlerin. Beides befindet sich in der mittelalterlichen Kernburg.

Illustrationen von Regine Heinicke
Burgkeller mit der Mineraliensammlung

Weitere Sehenswürdigkeiten in Oelsnitz und der Umgebung

Blick auf Oelsnitz
  • In der Oelsnitz steht mit der Kirche St. Jakobi die Kirche mit den höchsten Kirchtürmen im Vogtland. Sie kommen auf eine Höhe von 73,5 Metern
  • Außerdem gibt es in Oelsnitz das Drogeriemuseum in der Löwendrogerie. Es ist ein mit Liebe geführtes Privatmuseum in den originalen Räumen der alten Drogerie.
  • Ganz in der Nähe von Oelsnitz lädt die Talsperre Pirk zur Erholung ein.

Transparenzhinweis: Vielen Dank an den Tourismusverband Vogtland e.V. der uns zur Pressereise auf dem Kulturweg des Vögte eingeladen hat. Natürlich spiegelt der Beitrag unsere eigene Meinung wieder. Einige Bilder des Beitrags stammen zusätzlich von einem eigenen Besuch, hier haben wir den Eintritt komplett selbst bezahlt.

Schloss Voigtsberg
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