Im heutigen Blogpost begeben wir uns auf den Spuren der Vögte ins böhmische Vogtland. Wir unternehmen einen Ausflug zur Burg Hartenstein (Hrad Hartenštejn) unweit von Loket. Die Ruine thront über der Stadt Bochov und von hier aus hat man sehr einen schönen Blick über das böhmische Egerland.
Inhaltsverzeichnis
Die Ursprünge der Burg Hartenstein
Mitte des 14. Jahrhunderts begab sich die Plauener Linie der Vögte infolge des Vogtländischen Krieges in böhmische Lehnsherrschaft. Nur wenige Jahre später dehnten sie ihren Einfluss bis ins Böhmische Land aus. Bechov (Petschau), Königswart, Burg Engelhaus sowie Bochov gehörten von da an bis ins 16. Jahrhundert zu ihrem Gebiet.
Eigentlicher Sitz von Heinrich X. (der sich später Heinrich I. Burggraf von Meißen und Herr von Hartenstein nannte) in Bochov war die Burg auf dem Hungerberg, die er gemeinsam mit der Herrschaft Petschau im Jahr 1410 erwarb. In Folge der Glaubenskämpfe wurden die Stadt Buchau sowie die Burg durch die Truppen des böhmischen Königs Georg von Podiebrad im Jahre 1469 nieder gebrannt.
Während die Stadt relativ zügig wieder aufgebaut wurde, hielt man die Burg für nicht mehr aufbaufähig. Aber in unmittelbarer Nähe zur Stadt fand sich auf einem Hügel (dem Schlossberg) eine geeignete Fläche für einen Neubau, der schon im Jahr 1473 fertig gestellte werden konnte. Die Burg bekam ursprünglich den Namen Neuhartenstein. Sie trug ihn in Erinnerung an die ehemalige Grafschaft Hartenstein an der Zwickauer Mulde, die Heinrich X. im Kampf gegen die Hussiten verloren hatte.
Von der Burg zur Ruine
1532 zog der mittlerweile IV. Heinrich mit seiner Gemahlin auf die Engelsburg. Was aus der Burg danach wurde ist nicht mehr hinreichend belegt. Man weiß nur, dass sie bei der Erbteilung von Heinrich V. und Heinrich VI. 1563 nicht erwähnt wurde. Wahrscheinlich war sie schon da nicht mehr bewohnt. Im 17. Jahrhundert gab es wohl Bestrebungen, sie wieder aufzubauen und zu bewohnen. Aber soweit kam es nicht. Die Burg Hartenstein verfiel weiter und wurde letztlich als „Steinbruch“ für die umliegend erbauten Häuser genutzt.
Die Burg Hartenstein war in ihrer Anlage eine quadratische Wehrburg, die nach Norden und Süden mit jeweils einem Turm gesichert wurde. Die Türme waren schon damals architektonisch interessant – sie hatten eine halbrunde Form. Zentraler Punkt war der Palas. Aufgrund ihrer Lage war sie ein wichtiger strategischer Verteidigungspunkt für die Plauener Vögte. Im Gegensatz zu vielen anderen Burgen, wurde Burg Hartenstein nie erobert.
Die Burgruine Hartenstein – ein beliebtes Ausflugsziel im böhmischen Vogtland
Erhalten haben sich von der Burg im Wesentlichen ein Turm und zwei Gewölbe sowie ein Teil der halbrunden Bastei. Die in den Jahren 2009/2010 durchgeführten Erhaltungsmaßnahmen haben aus den Resten eine sehenswerte Burgruine gemacht. Der Turm wurde renoviert und mit einem Fachwerkgeschoss komplettiert. Tafeln mit Bilder aus der Zeit vor der Sanierung veranschaulichen den ehemaligen Zustand an der Burg.
Der Weg zur Ruine ist in Bochov sehr gut ausgeschildert. Der Wegweiser Hrad (Burg) führt bis zu einem kleinen Parkplatz. Von hieraus gelangen sie über einen Feldweg zum Ziel. Nach ca. 1,2 km haben sie die Burgruine erreicht.
Von oben werden sie mit einem tollen Ausblick über das Egerland und den Kaiserwald belohnt. Zahlreiche Bänke laden hier oben zum Verweilen ein. Es ist auch ein perfekter Picknickplatz.
Der Turm kann auch besichtigt werden, allerdings haben wir zu spät gelesen, dass man den Schlüssel dazu entweder in der Touristeninformation oder im Ratskeller von Bochov jeweils zu den Öffnungszeiten ausleihen kann.
Sehenswertes in der Umgebung von Burg Hartenstein
Der Besuch der Burg Hartenstein ist absolut lohnenswert und lässt sich wunderbar mit einem Besuch des Kaiserwalds, der Ruine der Burg Engelhaus (Andelska Hora) oder der malerischen Stadt Loket mit Burg Loket verbinden.
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