Auf der Suche nach der Ruine der Burg Sparnberg

Sparnberg ist ein kleiner Ort, der reizvoll im Tal der Saale liegt. Er gehört heute zu Hirschberg und liegt in direkter Nachbarschaft zum fränkischen Rudolphstein. Wir sind hier auf der Suche nach den Spuren, die die Vögte hinterlassen haben. Unser Ziel sind die Reste der Burg Sparnberg.

Sparnberg im thüringischen Vogtland

Theorien zur Entstehung der Burg Sparnberg

Die Entstehung des Ortes und der Burg liegen leider im Dunkeln. Nur wenige Punkte sind tatsächlich verbrieft. So die urkundliche Ersterwähnung des Ortes 1202. Zur Entstehung der Burg gibt es zwei Theorien, beide lassen sich allerdings nicht belegen. Eine Theorie besagt, dass die Burg Mitte des 9. Jahrhunderts unter Karl dem Großen als Teil des Limes Sorabicus (Sorbische Mark) entstanden ist. Sie soll also Teil der Grenze zwischen dem Fränkischen Reich und den Sorben gewesen sein. Eine weitere Theorie verortet die Entstehung in der Zeit von Barbarossa um 1180. Auch hier wird die Burg als Schutz des Territoriums gesehen. Diesmal vor dem Welfenherzog Heinrich dem Löwen. Friedrich I. Barbarossa soll die Vögte von Weida mit der Lehensgewalt belegt haben. Möglich sind beide Therorien, vielleicht gab es die Burg schon im 9. Jahrhundert und wurde 1180 erweitert.

Die Ruine der Burg versteckt sich heute hinter Gestrüpp

Belegt ist, dass Ulrich I. Sack von Planschwitz 1302 die Burg von den Vögten von Gera kaufte. Die Familie von Sack entstammt der Gefolgschaft der Vögte und trat immer wieder als deren Ministeriale in Erscheinung. Später wurden sie in den Adelsstand erhoben und galten als ein sehr einflussreiches Adelsgeschlecht mit ausgedehntem Besitz im Vogtland.

Um 1422 soll die Burg in wettinischen Besitz gegangen sein. Diese nutzen die Burg allerdings nicht, so dass sie über die Jahre verfallen ist. 1885 stürzte auch noch der Turm als letzter Rest der Burg ein. Auch heute steht nur noch ein Kegelrest des Turmes. Die Reste der Burg wurden für die Bauten der Umgebung benutzt.

Ruinenreste der Burg Sparnberg

So dunkel die Geschichte um die Entstehung ist, so schwer ist die Ruine zu finden. Es gibt im Ort keine Ausschilderung, die auf die Reste der Burg hinweist. Aber zum Glück ist der Sparnberg mit seinen gut 150 Einwohnern überschaubar. Wir hatten die groben GPS Daten ( 50.412671°, 11.772617° ) und somit schon ein paar Anhaltspunkte.

Abstecher zur Dorfkirche in Sparnberg

Unser Ausgangspunkt war die Dorfkirche St. Simon und Judas Thaddäus. Die Kirche ist eine sehenswerte spätgotische Saalkirche. Man kann durch eine Gittertür einen Blick in das Innere der Kirche werfen oder sich alternativ einen Schlüssel im Dorf holen. Die genaue Adresse für den Schlüssel steht an der Kirche. Die Kirche wurde 1437 bis 1439 erbaut und nach der Wende umfassend saniert.

Blick zur Kirche von Sparnberg
Blick ins Innere der Kirche

Auf der Suche nach der Burgruine

Rechts neben der Kirche führt der Kammweg entlang, dem wir auch folgen. Da es keine Ausschilderungen gibt, waren wir beim ersten Versuch viel zu weit gegangen. Damit Ihnen das nicht passiert, hier eine Beschreibung des Weges. Kurz hinter der Kirche und dem Friedhof steht auf einer Anhöhe eine weiße Bank.

Biegen Sie hinter der Bank den unscheinbaren Weg rechts ein

Verlassen sie hier den Kammweg und biegen nach rechts ein. Hier steht hinter Bäumen versteckt auf einem kleinen Hügel der Rest der Burg. Glücklich, dass wir die Ruine doch noch gefunden haben kehren wir wieder in den kleinen Ort zurück.

Die Ruine der Burg Sparnberg

Heute ist die Lage des Ortes sehr idyllisch, an drei Seiten ist er von der Saale umgeben. Das war es leider nicht immer. Zu DDR-Zeiten war die Saale der Grenzfluss, d.h. der Ort war zu großen Teilen von einer Mauer und Stacheldraht umgeben.

Die Brücke, die Rudolphstein und Sparnberg verbindet, wurde Ende des zweiten Weltkrieges gesprengt, zu Zeiten der Teilung gab es keinen Bedarf, so wurde sie erst nach der Wende wieder errichtet. Das erste Modell bauten die Einwohner von Sparnberg provisorisch selber. Kurz darauf wurde das Provisorium durch eine richtige Brücke ersetzt.

Nun kann man wieder die Schönheit der Landschaft genießen und von hier aus zu Wanderungen ins benachbarte fränkische Rudolphstein starten.

Wenn Sie auf der Suche nach der Ruine hier angekommen sind, haben sie die Abzweigung verpasst. Nichtsdestotrotz ein idyllischer Blick

Ausflugsziele in der Nähe

  • Sparnberg gehört zur Stadt Hirschberg. Hier können Sie in dem an die Stadt grenzenden Naturpark Hag ausgedehnte Wanderungen unternehmen. Besonders sehenswert ist der Hängesteg am Schlossberg
  • 12 Kilometer von entfernt liegt Mödlareuth. Hier im ehemals geteilten Dorf wird die deutsch-deutsche Geschichte lebendig.
  • 15 Kilometer sind es von Sparnberg aus nach Bad Lobenstein. Hier können Sie in die vögtische und reußische Geschichte eintauchen oder sich in der Ardesia-Therme erholen.
  • Kurz hinter Lobenstein liegt Ebersdorf mit seinem idyllischen Schlosspark und der sehenswerten Ortskern, der auf die Herrenhuter Brudergemeinde zurück geht.
Sparnberg
Sending
ø 4.69 (26 user)
kommentiert 0 (0 user)

Oder hinterlasse einen Kommentar...

Sending