Auf dem Kulturweg der Vögte durch Weida

Weida ist nicht nur die Wiege des Vogtlands, sondern mit der Übertragung des Stadtrechts im Jahr 1209 gleichzeitig auch die älteste Stadt im Vogtland. Wir nehmen Sie mit auf einen Rundgang durch die thüringische Stadt und gehen auf Spurensuche entlang des Kulturwegs der Vögte.

Stadtrundgang auf dem Kulturweg der Vögte durch Weida
Blick über Weida

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Die Osterburg – die Wiege des Vogtlands

Wir starten unseren Rundgang an der Osterburg. Hier war das wichtigste Herrschaftszentrum der Vögte angesiedelt. Von hier aus erweiterten die Vögte nach und nach ihr Einflussgebiet.

Stadtrundgang auf dem Kulturweg der Vögte durch Weida
Im Innenhof der Osterburg in Weida

Heinrich I. lies in Weida zwischen 1163 und 1193 eine romanische Befestigungsanlage erbauen. Sie hat eine strategisch günstige Berglage und wurde früher nur das „Feste Haus zu Weida“ genannt. Bis zum Jahr 1427 befand sich auf der Osterburg der Stammsitz der Vögte von Weida. Hier war die Residenz und das Verwaltungszentrum für das gesamte Vogtland. Mehr über die Osterburg lesen Sie in diesem Beitrag.

Stadtrundgang auf dem Kulturweg der Vögte durch Weida
Die Osterburg mit dem beeindruckenden Bergfried

Aber nicht nur ihre Ursprungsbedeutung für das Vogtland macht die Osterburg zu einem idealen Ausgangspunkt für einen Stadtrundgang. Durch ihre erhabene Lage kann man sich einen wunderbaren Blick über die Stadt verschaffen. Schon von der Burg sieht man die Stadt sehr gut, noch besser wird der Blick, wenn man die 175 Stufen im Bergfried nach oben steigt. Der Weg lohnt sich sehr, auch wenn es im letzten Stück ziemlich eng zugeht. Von hier aus liegt einem die Stadt wahrlich zu Füßen.

Stadtrundgang auf dem Kulturweg der Vögte durch Weida
Blick vom Bergfried Richtung Burg und Innenstadt

Die Sehenswürdigkeiten von Weida

Von der Osterburg geht es weiter in die Stadt mit ihrem reichen Bestand an mittelalterlicher Bausubstanz. Der Weg von der Osterburg führt uns direkt zur Ruine des Kornhauses.

Stadtrundgang auf dem Kulturweg der Vögte durch Weida
Das Stadtwappen von Weida am Kornhaus

Das Kornhaus

Der Bau geht auf die Vögte von Weida zurück, die hier 1293 ein Dominikanerinnenkloster gründeten. Die Ruine war die ehemalige Klosterkirche. Nach der Reformation wurde das Kloster aufgelöst und der Bau von der Stadt als Getreidelager genutzt. Auf diese Nutzung geht der heutige Name „Kornhaus“ zurück.

Stadtrundgang auf dem Kulturweg der Vögte durch Weida - Kornhaus
Blick auf das Kornhaus

Mit zunehmender Industrialisierung und dem steigenden Wohnungsbedarf im 19. Jahrhundert wurde das ehemalige Kloster zum Wohnhaus umgebaut. Diese Funktion erfüllte es bis ins 1980. Zeitweilig gab es hier sogar eine Weinhandlung und ein Wirtshaus. Leider stürzte infolge eines Sturms 1992 ein großer Teil des Dachstuhls ein. Aber zumindest die verbliebenen Teile konnten gesichert und erhalten werden.

Stadtrundgang auf dem Kulturweg der Vögte durch Weida - Kornhaus
Auf der anderen Seite des Kornhauses

Die Ruine der Peterskirche

Von hier aus sind es nur wenige Schritte zur Peterskirche. Der Bau der Kirche geht auf das 12. Jahrhundert zurück. Ehemals besaß die Kirche zwei Türme. Die Kirche wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört und ist seit 1633 nur noch eine Ruine. Nach der Reformation wurde auf den Ruinenmauern des ehemaligen Westschiffes eine Mädchenschule errichtet. Mit dem Umbau zum Wohnhaus im Jahr 1829 wurde der Nordturm abgetragen. Der Südturm mit den Kirchenglocken wurde erhalten und steht immer noch.

Stadtrundgang auf dem Kulturweg der Vögte durch Weida - Peterskirche
Die Peterskirche in Weida

Das Rathaus von Weida

Der Weg durch die Stadt führt uns weiter zum Rathaus. Übrigens: verpassen Sie nicht, nach unten zu schauen. Den Weg weisen wundervoll gestaltete Gullydeckel. Eine sehr schöne Idee.

Stadtrundgang auf dem Kulturweg der Vögte durch Weida
Tolle Idee – Gullydeckel als Wegweiser

Das Rathaus wurde in den Jahren 1587-89 erbaut und war ein prächtiger, reich verzierter Bau der Hochrenaissance mit zahlreichen Türmchen und Gauben. Leider überstand es auch nicht die Verwüstungen im dreißigjährigen Krieg. Auch das Rathaus brannte im Jahr 1633 nieder. 1667 wurde es in einer schlichteren Variante wiederaufgebaut, aber schon zwanzig Jahre später brannte es erneut ab. Der Neubau hatte eine leicht veränderte Form. Nur der 50 Meter hohe Rathausturm behielt sein ursprünglichen Aussehen.

Stadtrundgang auf dem Kulturweg der Vögte durch Weida - Rathaus
Das Rathaus von Weida

Vom Markt geht es nun weiter Richtung Brüderstraße. Von der Brücke über das namensgebende Flüsschen Weida hat man einen wunderbaren Blick Richtung Burg. Von hier aus sieht man linkerhand in der Braugasse das Haus der Lohgerberei. Sie ist ein sehenswertes technisches Denkmal, das anschaulich das Handwerk der Lohgerberei zeigt.

Stadtrundgang auf dem Kulturweg der Vögte durch Weida
Blick zur Osterburg

Die Stadtkirche St. Marien

Folgt man der Brüderstraße weiter, hat man schon die Stadtkirche St. Marien im Blick. Sie ist ein turmloser großer gotisches Bau, der auf das Jahr 1267 zurückgeht. Ursprünglich stand hier eine Kapelle, die zum Franziskanerkloster gehörte. Um 1350 wurde sie zur Kirche ausgebaut. Die Franziskaner bauten ihre Kirchen in der Regel turmlos, so auch die Marienkirche in Weida.

Stadtrundgang auf dem Kulturweg der Vögte durch Weida - Kirche St. Marien
Die Stadtkirche St. Marien

Auch sie überstand den Angriff im Dreißigjährigen Krieg nicht und brannte 1633 nieder. Beim Wiederaufbau 1644 bis 1650 hielt man sich weitestgehend an den Ursprungsbau und baute die Kirche ohne Turm wieder auf. So blieb es bis heute bei einer Kirche ohne Turm und ohne Geläut.

Stadtrundgang auf dem Kulturweg der Vögte durch Weida - Marienkirche
Blick in den Innenraum
Stadtrundgang auf dem Kulturweg der Vögte durch Weida - Marienkirche

Die Ruine der Widenkirche

Schon in Sichtweite befindet sich die dritte Kirche von Weida – die Widenkirche. Auch der älteste Kirchenbau Weidas ist heute eine Ruine. Der ursprüngliche Bau, eine kleine Marienkapelle, geht auf die Mitte des 12. Jahrhunderts zurück.

Die Ruine der Widenkirche in Weida
Die Ruine der Widenkirche in Weida

Ende des 12. Jahrhunderts war sie dem Kloster Mildenfurth unterstellt und wurde 1230 zu einer romanischen Kirche mit zwei Türmen erweitert. 1350 erfolgte ein weiterer Erweiterungsbau, diesmal im hochgotischen Stil. 1504 wurde die Kirche bei einem Brand zerstört. Allerdings wurde sie nur notdürftig wieder hergerichtet.

Stadtrundgang auf dem Kulturweg der Vögte durch Weida - Widenkirche
Im Innenbereich der Widenkirche

1527 wurde sie als Kirche aufgegeben und schon wenige Jahre später (1554) gilt sie als verfallen. Der Brand im Dreißigjährigen Krieg setzte ihr weiter zu, doch offenbar hielten die Türme tapfer durch. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde einer der beiden Türme abgetragen.

Stadtrundgang auf dem Kulturweg der Vögte durch Weida - Widenkirche
Stadtrundgang auf dem Kulturweg der Vögte durch Weida - Widenkirche

Der Nordturm wurde 1996/97 saniert und trägt heute wieder Glocken. Auch als Ruine ist die ehemalige Stadtkirche der Altstadt sehr sehenswert. Von der Kirche hat man einen besonders schönen Blick zur Osterburg. Der Blick ist so schön, dass man ihn mit einem Bilderrahmen versehen hat. Der Platz ist ein schönes und beliebtes Fotomotiv.

Stadtrundgang auf dem Kulturweg der Vögte durch Weida - Bilderrahmen - Selfiepoint
Ein würdiger Rahmen für die Burg

Und sonst noch

Nach soviel Kultur lohnt sich der Weg zurück in die Stadt. Mit dem Café Sieben gibt es hier eines der schönsten Cafés des Vogtlandes. Wer etwas größeres bevorzugt, findet nur wenige Schritte weiter die Klosterschänke. Sie liegt in unmittelbarer Nähe zum Kornhaus.

Stadtrundgang auf dem Kulturweg der Vögte durch Weida - Café Sieben
Im Café Sieben
Stadtrundgang auf dem Kulturweg der Vögte durch Weida - Klosterschänke
Die Klosterschänke

Etwas außerhalb der Stadtroute, aber auch sehr sehenswert, befindet sich das Oschütztalviadukt – eine Pendelpfeilerbrücke, die das Tal des Oschützbaches überspannt.

Ausflugstipp Vogtland: Oschütztalviadukt Weida
Das Oschütztalviadukt Weida

Tipp

Wenn Sie mit dem Auto nach Weida kommen, gibt es am Kornhaus Parkmöglichkeiten. Von hier aus können Sie alle Ziele bequem erreichen.

Stadtrundgang auf dem Kulturweg der Vögte durch Weida
Die Osterburg

In der Nähe von Weida

  • Ganz in der Nähe von Weida liegt Wünschendorf mit dem Kloster Mildenfurth oder dem Märchenwald
  • Nur 15 Kilometer entfernt von Weida ist Gera einen Besuch wert.
  • Auch das pittoreske Rittergut in Endschütz ist nur wenige Kilometer entfernt. Hier kann man sehr romantisch in einem ausgebauten Bauwagen übernachten.
Stadtrundgang auf dem Kulturweg der Vögte durch Weida
In der Innenstadt von Weida

Transparenzhinweis: Vielen Dank an den Tourismusverband Vogtland e.V. der uns zur Pressereise auf den Kulturweg des Vögte eingeladen hat. Natürlich spiegelt der Beitrag unsere eigene Meinung wieder.

Weida
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