Das Ehrenmal in Rodewisch

Im heutigen Blogbeitrag besuchen wir das Ehrenmal in Rodewisch. Obwohl es sehr präsent auf einem Hügel über der Stadt thront, ist es vielen unbekannt. Und das, obwohl es eine interessante Historie hat.

Ehrenmal in Rodewisch

Das Ehrenmal in Rodewisch

1915 beschloss man, in Rodewisch ein Kriegerdenkmal für die gefallenen des Krieges 1870/71 und schon vorgreifend für die gefallenen des ersten Weltkrieges zu errichten. Ein erstes Ehrenmal wurde im Anstaltsfriedhofs des Krankenhaus Untergöltzsch errichtet. Es diente ab Ende 1917 als Reservelazarett und viele verwundete Rodewischer wurden hier gepflegt.

Da es in der Umgebung zahlreiche Kriegerdenkmale oder Ehrenmäler gab, nur in Rodewisch nicht, wurde 1932 die Idee für ein eigenes Ehrenmal erneut aufgegriffen. Wenn es nun schon so lange gedauert hat, sollte es auch ein ganz besonderes Denkmal werden. Hinzu kam, dass mit der Machtergreifung der Nazis auch gleich der bauliche Größenwahn Einzug hielt.

Die weitläufige Anlage des Ehrenmals

Nun sollte das Ehrenmal ein Denkmal für die Ewigkeit werden. Die baulichen Planungen dauerten bis 1939. Am 15. April des Jahres fand die Grundsteinlegung statt.

Der Rohbau aus Theumaer Schiefer sowie eine riesige Stähle mit einem Reichsadler standen schon, als kurz nach Kriegsbeginn die Arbeiten niedergelegt wurden. Es wurde beschlossen, die restlichen Baumaßnahmen sowie die Einweihung auf die Zeit nach dem Krieg zu verschieben, um auch gleich der Gefallenen dieses Krieges zu gedenken.

Blick vom Ehrenmal

Im Mai 1945 zogen die Amerikaner in Rodewisch ein. Noch am ersten Tag sprengten sie die Säule, denn die Kommandantur der Amerikaner lag ganz in der Nähe in der Oststraße, mit direktem Blick auf den Adler. Ein weiterer Adler über dem Torbogen wurde dann in den späten 50er Jahren einbetoniert. Der Betonklotz ist auch heute noch gut sichtbar.

An dem besprayten und nachträglich ergänzten Stück Mauer stand einst die Säule mit dem Adler
Hinter dem Betonklotz über dem Torbogen soll ein weitere Adler gewesen sein

Ausblick über die Stadt

Heute erinnert die Anlage eher an eine verfallene Burg. Die Ruine liegt verwildert auf dem Hügel der Rützengrüner Höhe in Rodewisch. Auch wenn der Zustand nicht der Beste ist, ist das Ehrenmal doch ein Mahnmal der Zeit.

Blick auf Rodewisch

Nicht zuletzt hat man von hier oben einen fantastischen Blick über Rodewisch, schon deshalb ist es einen Besuch wert. Sie können das Areal am besten über den Zugang in der Karl-Liebknecht-Straße erreichen.

Der Weg zum Ehrenmal – es liegt ein wenig versteckt hintern den Bäumen

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