Pilgramsreuth – eine Kirche mit Kartoffeldenkmal

Pilgramsreuth ist ein Ortsteil von Rehau. Seine Wurzeln hat es als kleines Pfarrdorf am Kornberg in Bayern. Besonders sehenswert ist die Dorfkirche sowie das Kartoffeldenkmal, denn hier, mitten im Fichtelgebirge, wurde zum ersten Mal die Kartoffel angebaut.

Die Dorfkirche in Pilgramsreuth

Die Kirche von Pilgramsreuth

Die Kirche St. Erhard in Pilgramsreuth ist ein ganz besonderer Kirchenbau, denn hier vereinen sich im Inneren gotische und barocke Elemente. 1473 – mitten in der Zeit der Hochgotik – wurde in Pilgramsreuth der Bau des Langhauses der Kirche abgeschlossen.

Der Neubau ersetzte eine kleine Pfarrkiche, die seit Beginn des 14. Jahrhunderts an diesem Ort stand. Aus der Zeit des Neubaus sind heute noch Fresken an den Wänden erhalten.

gotische Fresken

Zu Zeiten des Barocks wurde die Dorfkirche im Inneren dem aktuellen Zeitgeist angepasst. In den Jahren 1692 bis 1721 wurde eine Umgestaltung vorgenommen. Der Bayreuther Hofbildhauer Elias Räntz fertigte einen sehenswerten Altar und eine Kanzel, deren Aufbau reich mit Figuren verziert ist.

In diese Zeit fällt auch die Bemalung der Brüstungsflächen an der Empore mit Bildern aus dem alten und neuen Testament. Trotz der Umgestaltung wurden die gotischen Wandmalereien erhalten, so dass sich heute ein kulturhistorisch wertvoller Blick offenbart.

Blick in das Kirchenschiff mit dem barocken Altar

Einen schweren Dorfbrand im Jahr 1874 überstand die Kirche weitestgehend unbeschadet. Nur der Turm, das Dach und die Orgel mussten erneuert werden.

Empore mit den barocken Bemalungen

Die Kirche kann von Mai bis Oktober besichtigt werden. Der Zugang zur Kirche erfolgt über einen Seitenzugang. Von hier aus erreicht man die Fohrenreuther Empore. Es bietet sich ein sehr schöner Blick in das Kirchenschiff.

Die Kombination aus Gotik und Barock verleiht der Kirche ihren besonderen Reiz und macht sie sehr sehenswert.

Barock trifft Gotik

Der Aufgang über eine separate Empore ist eine sehr schöne Möglichkeit, Kirchen auch unbeaufsichtigt der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Wie die Kartoffel nach Deutschland kam

Direkt neben der Kirche steht eine kleine Bronzeskulptur – es ist das Kartoffeldenkmal, das im Jahr 1990 aufgestellt wurde. Es zeigt Hans Rogler und seine Frau beim Kartoffelanbau.

Denn schon 100 Jahre bevor der Alte Fritz den Kartoffelbefehl ausgab, baute man ab 1647 in Pilgramsreuth die Kartoffel an. Es ist überliefert, dass Hans Rogler die Kartoffel von einem Besuch eines Verwandten im nahegelegenen  Hranice mitbrachte, welches im böhmischen Vogtland liegt.

Das Kartoffeldenkmal in Pilgramsreuth

Zusammen mit den anderen Bauern des Dorfes versuchten sie sich an einem systematischen Anbau der Kartoffel. Sie gedieh auf den kargen Böden des Fichtelgebirges sehr gut und vor allem war die Kartoffel gegen Nässe relativ unanfällig. Damit gelang der früheste bekannte Kartoffelanbau in Deutschland in einem kleinen Ort im bayerischen Vogtland.

Das Denkmal steht nicht ohne Grund direkt neben der Kirche – durch die Abgabe des Zehnts konnte die Kirche ihre reiche barocke Ausstattung erhalten.

Das Kartoffeldenkmal steht direkt neben der Kirche in Pilgramsreuth

Auch heute ist die Kartoffel im Vogtland eine beliebte Beilage, egal ob als Bambes, grüne Klöße oder pur.

Ausflüge in der Nähe von Pilgramsreuth

Der Besuch von Pilgramsreuth lässt sich sehr gut mit einem Ausflug in Bayerns Modellstadt Rehau verbinden oder mit einem Besuch der Porzellanstadt Selb.

 

Hier kannst Du miteinem Klick auf die Sterne den Beitrag bewerten:
Sending
ø 4.71 (24 user)
kommentiert 0 (0 user)