Die romantische Burgruine der Burg Neuberg in Podhradí

Im heutigen Blogpost laden wir sie zu einem Rundgang durch die Ruinen der Burg Neuberg in Podhradí ganz in der Nähe von Aš ein. Die Burgruine ist das älteste Bauwerk im Ascher Ländchen und auf dem Lehrpfad durch die Ruinen gibt es ein Menge zu entdecken.

Die Burgruine der Burg Neuberg in Podhradi

Zur Geschichte der Burg Neuberg

Die genauen Daten der Entstehung der Burg liegen im Dunkeln. Vermutlich wurde sie zu Anfang des 13. Jahrhunderts durch die Ritter von Neiperg (Neuburg) auf einem Bergsporn errichtet. Ihr Name hat sich bis heute für die Burg erhalten.

Burgruine Burg Neuberg

Die erste urkundliche Erwähnung der Burg Neuberg stammt aus dem Jahr 1288. Den Vögten von Plauen wurde das Anwesen als Lehen vom König Rudolf I. übertragen. Obwohl er dem Geschlecht der Habsburger entstammte, führte er die Tradition der Staufer fort und setzte die Vögte zur Sicherung des Territoriums ein. Somit ist sie auch ein Teil des Kulturwegs der Vögte.

Allerdings blieb sie nicht sehr lang im Besitz der Vögte. Schon 1327 erhielten die Neuberger die Burg als Lehen zurück. Nachdem es Ende des 14. Jahrhunderts keinen männlichen Nachkommen mehr gab, starb das Geschlecht der Neuberger aus. Durch die Heirat von Hedwig von Neuberg und Konrad von Zedtwitz 1395 ging der Besitz an das oberfränkische Adelsgeschlecht derer von Zedtwitz über. Die Burg wurde zu ihrem zentralen Sitz, von dem aus sie über das Ascher Ländchen herrschten.

Durch einen Brand während des 30jährigen Krieges – wahrscheinlich 1647 – wurde die Burg Neuberg komplett zerstört und blieb erst einmal unbewohnt. Reste der Ruine wurden später als Material für den Bau eines neues Schlosses in unmittelbarer Nähe genutzt.

Der Bergfried der Burg

Einzig der 22 m hohe Turm auf dem Bergsporn  blieb bis heute von der alten Burg übrig.

Eine Treppe führt zum ehemaligen Eingang – der heute allerdings verschlossen ist

Interessant ist, dass sich der Zugang zum Turm etwas 8 Meter über dem Erdboden befindet und man nur über eine Leiter in den Turm kam. Heute ist eine Treppenkonstruktion angebracht. Von hier aus hat man einen sehr schönen Blick über Podhradí und Teile des Ascher Ländchens.

Der Turm der alten Burg

Mitte des 18. Jahrhunderts zog wieder Leben ein und das gleich doppelt. Durch Teilung der Herrschaft entstanden verschiedene Zweige, die sich jeweils ein eigenes Schloss erbauten.

1750 lies Hans Christoph von Zedtwitz den unteren Teil des Schlosses erbauen. 1752 folgte Adam Erdmann von Zedtwitz mit der Errichtung des oberen Schlossteils.

Vom Schloss zur Ruine

Der Oberteil brannte 1902 vollständig aus und der untere Teil wurde noch bis zum Jahr 1948 von Graf Albrecht von Zedtwitz bewohnt. Nach seiner Aussiedlung wurde das Schloss erst Teil der „Volksgutverwaltung“ und später wurde es für unterschiedliche kulturelle Zwecke genutzt. Das Gebäude wurde 1965 ohne weitere Dokumentation abgerissen.

Erst in den letzten Jahren besann man sich wieder auf die Tradition. In mühevoller Arbeit wurde die Ruine vom Schutt befreit und gesichert. Die Arbeiten dauerten 13 Jahre an.

Entlang der Burgruinen

Heute findet der Besucher einen sehr gut in deutsch und tschechisch ausgeschilderten Rundweg vor. Der Weg führt über verschiedene Etappen zu den Ruinen der Burg und des Schlosses und in den angrenzenden Park. Die große Artenvielfalt bei Flora und Fauna lässt den Spaziergang nicht langweilig werden.

Blick von der Treppe des Turms

Die Kirche „Zum guten Hirten“

Kurz vor der Burg wartet noch ein weiteres historisches Kleinod – die evangelische Kirche „Zum guten Hirten“. 1470-1490 ließ sich Familie von Zedtwitz in unmittelbarer Nähe zur Burg Neuberg eine Kirche errichten. Die Familie schloss sich 1542 der Reformation an und mit ihnen wurde auch die Kirche evangelisch. Somit ist die kleine Kirche in Podhradí die älteste evangelische Kirche im ehemaligen Österreich-Ungarn. In den Jahren 1678-1682 erhielt sie bei einem Umbau ihr heutiges barockes Aussehen.

Blick zur Kirche
Die Kirche

Fazit

In Podhradí erwartet sie ein abwechslungsreicher Rundgang durch die romantischen Ruinen der Burg Neuberg und der beiden Schlösser. Die 10 Tafeln lassen die Geschichte der Burg mit Hilfe von Bildern lebendig werden.

Ein Rundweg führt zu den Stationen mit gut erklärten Tafeln

In der Nähe von Podhradí

  • Nur wenige Kilometer entfernt liegt Aš mit dem einstigen Zedtwitzschem Schloss, dass heute das Stadtmuseum beherbergt.
  • Ebenso in Aš ist der Hainberg mit dem sehenswerten Bismarckturm ein beliebtes Ausflugsziel
  • 11 Kilometer entfernt auf der deutschen Seite können sie einen Abstecher in den malerischen Kurort Bad Elster unternehmen
  • Nur 13 Kilometer entfernt liegt die bayerische Stadt Selb, die zu einem Stadtrundgang auf den Spuren des Porzellans einlädt.
In den Resten der ehemaligen Brauerei laden Bänke zu einer Pause ein

 

Burgruine Neuberg in Podhradi
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